Samstag, 30. Oktober 2010

Street-Yoga

Trikonasana Ecke Naumannstraße/Kolonnenstraße

Virabhadrasana II am Gustav-Müller-Platz
Nein, sie fallen wirklich nicht auf, die kleinen Korkmännchen, die auf Berliner Straßenschildern ihre Yoga-Übungen vorführen. Steet-Yogis nennen sich die Wichte und wollen ihren Entdeckern Freude und Glück bringen. Offensichtlich gefällt es ihnen vor allem in Kreuzberg, Neukölln und Schöneberg. Zwei sind aktuell auf der Insel im Einsatz: Am Gustav-Müller-Platz und an der Ecke Naumann/Kolonnenstraße. Andere sind schon wieder verschwunden, aber auf der Seite Street-Yoga können Bilder von sämtlichen Yogis angeschaut werden. Zudem gibt ihr Schöpfer Josef Foos eine Bastelanleitung wieder, auf dass noch viele Street-Yogis Freude und Glück verbreiten!

Freitag, 15. Oktober 2010

Am Rande notiert

15. Oktober
Es ist nicht März, nicht Juni, nein, es ist der 15. Oktober. Wieder ein Datum für die Beendigung der Arbeiten an der Julius-Leber-Brücke. Das Foto stammt von heute, Kommentar überflüssig. Immerhin, es wird gearbeitet. Und vieleicht, ja vieleicht, ich wage es gar nicht niederzuschreiben, wird die Bahn tatsächlich noch dieses Jahr fertig... Aber keine Sorge, an der Nordeseite muss ja wieder neu angefangen werden.

Sonntag, 10. Oktober 2010

Hermann Ehlers - Der Konservative von der Insel

Gotenstraße 6: Das Geburtshaus
Auf der Roten Insel wurden nicht nur spätere Kommunisten oder Sozialdemokraten geboren: So auch Hermann Ehlers. In der Gotenstraße 6 steht das Geburtshaus des späteren Bundestagspräsidenten, der hier am 1. Oktober 1904 das Licht der Welt erblickte. Durch das Elternhaus konservativ und evangelisch geprägt, studierte Ehlers in Berlin und Bonn Rechtswissenschaften, war Mitglied in einer Studentenverbindung und christlichen Organisationen wie dem Bund Deutscher Bibelkreis. Die Rolle in der Bekennenden Kirche verwehrte Ehlers eine Karriere in der NS-Zeit, so wurde er1934 als Leiter des Rechtsberatungsreferats der Steglitzer Bezirksverwaltung durch ein NSDAP-Mitglied ersetzt. Als Anwalt beschäftigte er sich vor allem mit kirchenrechtlichen Fragen; von 1936 bis 1940 war er als Richter tätig, wurde jedoch - wiederrum wegen seines christlichen Engagements - nicht endgültig übernommen. Nach seiner Einberufung wurde Ehlers der Flugabwehr in Hamburg zugeteilt.
Nach dem Krieg trat er der CDU bei und zog 1949 in den Bundestag ein, als dessen zweiter Präsident er 1950 gewählt wurde. Dieses Amt prägte er wie kaum ein anderer, führte die Rundfunkübertragungen wichtiger Debatten ein und wurde 1953 mit dem besten Ergebnis eines Bundestagspräsidenten wiedergewählt. 1955 sollte er als Spitzenkandidat in den Wahlkampf in Niedersachsen einziehen, sein plötzlicher Tod am 29. Oktober 1954 aufgrund einer Mandelvereiterung vereitelte diese Pläne jedoch. Ehlers wurde mit einem Staatsakt geehrt, alle politische Richtungen betrauerten den Verlust und Bundeskanzler Adenauer brach seine Amerika-Reise ab. Heute erinnern an den gebürtigen Schöneberger zahlreiche nach ihm benannte Schulen, Studentenheime oder die Hermann-Ehlers-Stiftung.