Donnerstag, 30. September 2010

Julius-Leber-Brücke: die nächste Runde

Seit zwei Jahren und fünf Monaten gültig
Eigentlich nicht überraschend: Die unendliche Geschichte der Bauarbeiten auf der Julius-Leber-Brücke setzt sich fort. Lars Oberg hatte es bereits angedeutet, der grünen Abgeordneten Claudia Hämmerling ist die Bestätigung zu verdanken: Auf der bereits fertiggestellten Nordseite wurden Baumängel festgestellt, die nun wieder beseitigt werden müssen. In einer kleinen Anfrage an den Senat gab dieser, bzw. die zuständige Bahn AG, an, dass "Mängel im Übergangsbereich Fuge Straßenbrücke zur Fußgängerbrücke" bestehen, die zu einem Rechtsstreit mit der bauausführenden Firma geführt hätten. Auch schön ist die Begründung für die weiteren Verzögerungen: Neben den üblichen Lieferschweirigkeiten hätten die "Mindestabbindezeiten des Betons" eingehalten werden müssen. Da staunt der Laie, dass Beton einige Monate abbinden muss, hätte ich nicht gedacht. Ach ja, der neue Fertigstellungstermin soll der 15. Oktober sein, inklusive Einrichtung der Bushaltestelle. Aber nur für die Südseite, für die Nordseite wir der 31. Oktober "angestrebt". Alleine diese Formulierung regt zur Annahme von Wetten an.

Mittwoch, 15. September 2010

Freie Fahrt

Schwarz auf Weiß
Alte Naumannstr.
Seit gestern ist die Wilhelm-Kabus-Straße durchgängig in beide Richtungen befahrbar; die Sperrung der Naumannstraße unter der Ringbahn Richtung Süden ist zudem aufgehoben. Immerhin wurde die Ampel an der Kreuzung zur Kolonnenstraße in Betrieb genommen. Die neue südliche Anlage an der Ecke zur Torgauer Straße leuchtet hingegen noch nicht. Hier wird auch noch weiter gebaut: Die Torgauer ist weiterhin nur Richtung Westen befahrbar und die (alte) Naumannstraße wurde in beide Richtungen gesperrt - die unmotorisierten Anwohner wird es freuen. Hier wurde heute die gesamte Straßendecke aufgerissen, daher ist ein baldiges Ende auch dieser Arbeiten absehbar. Und damit vermutlich auch das Einschalten der dringend benötigten Ampel. Es hat sich heute bereits gezeigt, dass ein Überqueren der Kreuzung auf dem Weg zum Südkreuz nicht so einfach ist. Und noch etwas Gemeckere: Ein Teil der neuen Straßenlampen funktioniert nicht und zahlreiche Pflanzbeete sind noch unbebaumt.

Samstag, 11. September 2010

Brückenschlag

Blick von der Kolonnenbrücke
Ich bin kein Architekt und schon gar kein Brückenarchitekt, wozu also genau die Brückenkonstruktion dient, die sich inzwischen über die S-Bahngleise spannt, kann ich nicht sagen. Aber zumindest kann man schon einen ersten Eindruck über die zukünftige Verbindung zwischen der Insel und Tempelhof gewinnen. Erstaunlich zügig gehen auch die Arbeiten am Grünzug vom Südkreuz bis zum genannten Steg voran - von der S-Bahn aus können fast täglich Veränderungen beobachtet werden. Weiter so!

Freitag, 10. September 2010

(Fast) geschafft: "Verkehrsfreigabe" am 14. September

Wilhelm-Kabus-Str./Kolonnenstr.
Am Dienstag ist es soweit: Die neue Nord-Süd-Verbindung durch die Insel wird eröffnet und offiziell auf den Namen "Wilhelm-Kabus-Straße" getauft. Im Beisein der Stadträte Krömer und Schworck erfolgt um 13 Uhr die offizielle - ein schönes Bürokratenwort - "Verkehrsfreigabe" an der Kreuzung zur Kolonnenstraße. Ob die neuen Ampelanlagen dort und an der Ecke zur Torgauer Straße bereits funktionieren werden, darf wohl bezweifelt werden. Auch das letzte Stück Asphalt in der Torgauer fehlt noch bis heute; aber an der Strecke wird derzeit überall fleißig gearbeitet - vielleicht klappt ja alles noch. Mit nur drei Monaten Fertigstellungs-Verzögerung ist für Tempelhof-Schöneberg ein gefühlter neuer Pünktlichkeits-Rekord aufgestellt worden. Jedenfalls, wenn man die ursprünglichen Planungen übersieht, dass bereits 2007 mit dem Bau begonnen werden sollte. Wenn die Umleitungen durch die Wohngebiete aufgehoben werden, ist aber schon einiges gewonnen. Und ebenfalls positiv: die großzügigen aufgepinselten Fahrradstreifen schaffen auch für die Radler eine gute neue Verbindung.

Montag, 6. September 2010

Radskeller in der Gotenstraße

Etwas unscheinbar: Der Radskeller

 Kleiner Tipp für die Radler auf der Insel: In der Gotenstraße 74 (Höhe Roßbachstraße) hat ein kleiner Radladen aufgemacht. Den "Radskeller" kann man leicht übersehen, da er sich, wie der Name schon sagt, etwas unscheinbar in einem Keller befindet. Wer neue Räder oder eine große Auswahl an Artikeln sucht, ist hier allerdings falsch. Vor allem für Reparaturen oder schnelle Hilfe ist der Keller mit den freundlichen Betreibern aber eine echte Alternative zu den großen Radgeschäften - hoffentlich eine längerfristige Bereicherung für den Kiez!

Mittwoch, 1. September 2010

Weitere Wunschträume

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung / bünck + fehse
Realität am Südi
Die Schöneberger Linse gehört zwar nicht zur Insel, grenzt aber unmittelbar an sie an und ist daher auch für die Insel-Bewohner von Interesse. Nun wurde für das Gebiet zwischen den Bahnhöfen Schöneberg und Südkreuz, Ring- und Autobahn ein weiteres "Konzept" entworfen mit schönen bunten Bildern. 200.000 Euro wurden dafür ausgegeben. Die Frage stellt sich aber unmittelbar: Wofür eigentlich? Ein Blick auf die Homepage der "Interessengemeinschaft Berlin Südkreuz" verdeutlicht, dass sämtliche großspurige Planungen für das Gebiet bislang ein Schlag ins Wasser waren. Von den Bebauungsplänen der 20er Jahre, über Speers Germania-Pläne, die Westtangentenplanungen bis zu den Konzepten der letzten Jahre ist alles bislang gescheitert. Was eigentlich neu sein soll im Vergleich zu den Plänen, die vor sechs Jahren präsentiert wurden, bleibt schleierhaft. Munter wird von Tagungszentren mit Hotel, einem 60 bis 80 Meter hohen weiteren Hotel sowie Wohnbebauung fabuliert. Zusammen mit den Plänen auf dem GASAG-Gelände werden also demnächst mindestens drei Hotels das Gebiet bereichern. Deutlicher kann man die Realitätsbezogenheit der sogenannten Stadtentwickler gar nicht beschreiben. Warum nicht aktuelle Diskussionen mit einbezogen wurden, nämlich die Diskussion um einen zweiten Standort des Zentralen Omnibusbahnhofs, die bei offensiver Werbung durch den Bezirk eventuell tatsächlich Chancen auf Realisierung hätten, kann nur mit unglaublicher Ideenlosigkeit erklärt werden. Aber jetzt gibts ja ein Konzept und ein Konzept ohne Hotels ist in Berlin bekanntlich kein wirkliches Konzept.