Samstag, 28. Mai 2011

Abstimmung: Was soll mit der Torgauer Straße geschehen?

Sperrung oder Nicht-Sperrung?
Über die Zukunft der Torgauer Straße wurde in den letzten Wochen auf diesem Blog teilweise kontrovers diskutiert. BVV-Mitglied Axel Seltz wies auf einen SPD-Antrag hin, die Torgauer Straße zu sperren, was die Grünen verhindert hätten. Ein anderer Kommentar wies auf den schlechten Zustand der Straße sowie die nach wie vor ungeklärte Zugangssituation zum Gasometergelände hin, worauf Axel Seltz wiederum antwortete, dass vor 2012 eh kein Geld zur Umgestaltung vorhanden und eine schnelle Sperrung sehr dringlich sei. Zwei weitere Kommentare befassten sich kontrovers mit dem Kopfsteinpflaster, das für Radfahrer ein extrem ungemütliches Hindernis darstellt. Es wurde zum einen für den Erhalt der inzwischen für Berlin seltenen Pflasterung plädiert, zum anderen für eine bequemere Lösung, da die Verbindung zur Dominicusstraße nun einmal die schnellste sei.
Ich befürchte einen langen Hickhack um die Sperrung und stimme Herrn Seltz zu, dass eine schnelle Schließung zunächst vordringlich wäre. Das Kopfsteinpflaster ist zumindest im westlichen Teil kaum zu vertreten, ist doch alleine schon der Gehweg viel zu schmal für den zu erwartenden zusätzlichen Verkehr. Ein schlüssiges Konzept für die Zukunft ist in diesem Bezirk - vor allem für die Radfahrer - in den nächsten Jahren sowieso nicht zu erwarten. Der Schutz der Anwohner vor zusätzlichem Verkehr geht vor und muss nicht zwingend mit dem Radverkehr verknüpft werden.
Es bleibt natürlich neben all diesen Überlegungen das Ärgernis, dass die zugesagte Zufahrt vom Sachsendamm her vermutlich nie zustande kommen wird - ein weiteres Versprechen, dass der Bezirk nicht einfordert; ein weiteres Versprechen, auf dass Investor Müller pfeifen kann.
Auf der linken Seite findet ihr eine Abstimmung, dass die genannten Punkte auflistet - ich bin gespannt auf das Ergebnis!

Mittwoch, 25. Mai 2011

Bahn frei auf der Czeminskistraße

Ampel und Streifen - das ist hier neu
Schon immer wurde die Einbahnstraßenregelung auf den knapp 50 Metern der Czeminskistraße zwischen Kolonnen- und Brunhildstraße auf dem Weg von der Monumentenstraße von Radfahrern missachtet. Wirklich gefährdet wurde dadurch niemand und Sinn hatte diese Regelung nur wirklich für Autofahrer. Der Bezirk hat nun blitzschnell, 14 Jahre nach Schaffung der Möglichkeit zur Aufhebung der Einbahnstraßenregelung für Radfahrer, reagiert und lässt jetzt auch offiziell Pedaleure in beide Richtungen fahren. Einige Straßenmarkierungen wurden aufgetragen, eine Radampel an der Kolonnenstraße montiert, nur an der Brunhildstraße prangt weiter das Verbotsschild ohne Hinweis auf die Freigabe - aber vielleicht bekommt das der Bezirk mit der berühmten Fahrradpolitik auch noch hin.
Noch ohne Hinweis
Weiterhin umständlich und gefährlich ist allerdings die Verbindung nach rechts zur Goten- und Cheruskerstraße. Hier steht nur ein Gehweg zur Verfügung, der zudem zum Teil vom Tuffstein mit Stühlen und Tischen genutzt wird. Eine zufriedenstellende Lösung ist hier wohl nicht in absehbarer Zeit in Sicht.

Sonntag, 22. Mai 2011

Fünf Jahre Südi

copyright: Denis Apel (stadardo)
Während der Hauptbahnhof in diesen Tagen mit viel Brimborium anlässlich seines fünften Geburtstags gefeiert wird, gerät seine kleine Schwester, das Südkreuz, mal wieder in Vergessenheit. Dabei ging der zweitwichtigste Bahnhof Berlins am selben Tag, dem 27. Mai 2006, ans Netz. Also müssen wir an dieses Co-Jubiläum erinnern. Inzwischen ist die Station nicht mehr aus dem Berliner Eisenbahnverkehr wegzudenken. Auch wenn das Südkreuz nicht so stark frequentiert wird wie einst prognostiziert, scheinen die Südwest-Berliner ihn inzwischen als "ihren" Bahnhof akzeptiert zu haben - die Bahnsteige sind jedenfalls deutlich stärker bevölkert als noch in den ersten Monaten nach der Eröffnung. Die Geschäfte in den beiden Hallen werden unterschiedlich gut besucht. Der Supermarkt scheint gute Geschäfte zu machen, während man beim Friseur in der Ost-Halle eigentlich nie warten muss. Der Laden vom China-Imbiss gegenüber steht bereits mehrere Jahre leer, neue Mieter scheinen sich nicht zu finden, während beide Hamburger-Brater offensichtlich genügend Buletten loswerden.
Ähnlich wie der Hauptbahnhof ist aber auch der Südi bis heute nicht vollständig, abgesehen davon, dass die vollmundig prognostizierte Bebauung mit Hotels und Konferenzzentren (erwartbar) bislang nicht begonnen wurde. Der östliche Vorplatz (geplante Fertigstellung Oktober 2010) müsste demnächst wohl, vielleicht, möglicherweise, seiner Bestimmung übergeben werden. Von den geplanten Parkhäusern ist zur Zeit nicht die Rede, werden aber wohl auch nicht benötigt. Ändern könnte sich das eventuell nächstes Jahr mit der Eröffnung des neuen Flughafens und der Einrichtung des Flughafenzubringers, der dann - wenn die Bahn es auf die Reihe bringt - wahrscheinlich zweimal in der Stunde vom Hauptbahnhof über Potsdamer Platz und Südkreuz nach Schönefeld pendeln wird. Natürlich nicht auf direktem Weg über die Dresdner Bahn, deren Wiederaufbau weiter in den Sternen steht und offensichtlich weder vom Senat noch von der Bahn wirklich gewollt wird. Zumindest könnten die zusätzlichen Passagiere zum Flughafen dem Bahnhof und dem Umfeld einen zusätzlichen Schub geben.
Für die Inselbewohner ist der Südi jedenfalls nicht mehr wegzudenken, auch wenn der direkte Zugang durch den nordwestlichen Eingang immer noch als "nicht offiziell" gekennzeichnet ist. Und wenn in ein paar Jahren die S-Bahn dann wieder zuverlässig fahren sollte - ach wäre das schön...