Donnerstag, 25. August 2011

Insel-Wahl-Watching, Teil II

Aus dem "Werbung unerwünscht"-Briefkasten gefischt
Inzwischen sind die Straßen vollplakatiert, Wahlwerbung in meinen "Werbung unerwünscht"-Briefkasten geflattert (übrigens nur von SPD und Grünen bislang), also wird es höchste Zeit, den Blick auf den zweiten Wahlkreis auf der Insel zu werfen. Bekanntermaßen muss Lars Oberg einen Teil seines Reiches an seinen Chef abtreten, seines Zeichens Vorsitzender der Berliner SPD und der Fraktion im Abgeordnetenhaus, Michael Müller. Östlich der Gotenstraße und südlich der Kolonnenstraße streitet dieser mit Markus Klaer von der CDU und der Grünen Renate Giese um den Direkteinzug in das Abgeordnetenhaus. Im Gegensatz zu seinem Nachbarn Oberg findet man über Müller in Bezug auf seinen Wahlkreis sehr wenig im Netz: Ein kurze Biographie auf der Parteiseite inklusive eines nicht funktionierenden Links auf die Parlamentshomepage ist alles; die Rote Insel wird im Zusammenhang mit seinem Namen nicht erwähnt. Der Name Müller steht somit nicht für konkrete Wahlkreisarbeit sondern für zehn Jahre Rot-Roter Senat, wie immer man diesen beurteilen will.
CDU-Mann Markus Klaer wiederum zeigt ein wenig mehr Bemühen auf seiner eigenen Homepage. Bei einem genaueren Blick offenbart sich jedoch der übliche CDU-Populismus sowie eine unglaubliche Beliebigkeit, bei der man nicht weiß, ob man gerührt sein soll ob des anscheinend ernst gemeinten Unsinns oder eher fassungslos. Neben dem üblichen Geblubber über Sicherheit ("Kampf der Verwahrlosung" - angesichts der Vermüllung des Straßenraums durch Wahlplakate ein echter, schlechter Witz), Migration ("Aktive Migrationspolitik" etc.) oder Familie wird es vor allem beim Punkt Stadtentwicklungspolitik interessant: Hier schafft es Markus Klaer, die Fertigstellung der Vorplätze am Südkreuz (fertig seit April), eine bessere Überquerung des Sachsendamms für Fußgänger (in den letzten Jahren wurden mindestens drei neue Ampeln aufgestellt - ist der Kandidat dort je zu Fuß unterwegs gewesen?) sowie "eine zügige Realisierung des Nord-Süd-Grünzuges und des Grünzuges entlang der Wannseebahn" zu fordern. Letzteres ist ja sehr lobenswert, wenn nicht ganze drei Sätze später folgendes Statement stehen würde: "Neue Grünanlage sind auf absehbare Zeit weder finanzierbar noch zu unterhalten." Mehr ist zur Ernsthaftigkeit dieses Kandidaten kaum zu schreiben.
Renate Giese wiederum ist eingefleischte Grüne seit 30 Jahren und gebürtige Tempelhoferin. Auf ihrer Parteiseite wird relativ knapp ihre Biographie vorgestellt sowie einige konkrete Positionen in Bezug auf ihren Wahlkreis genannt, wobei hier (im Gegensatz zu ihrem Flyer) die Insel ebenfalls leider keine Erwähnung findet. Dafür lehnt sie den Bau einer Landesbibliothek auf dem Tempelhofer Feld ab sowie dessen Erhalt als "Kälteschneise für die nahe gelegenen Wohngebiete". Den Finger in die Bezirks-Wunde der Fahrradpolitik ("augenfällige Unfähigkeit der Bezirksverwaltung") legt Renate Giese bezüglich des Tempelhofer Damms und möchte hier endlich eine "feste, zukunftsfeste Planung" entgegensetzen. Ach, das wäre schön!


Montag, 22. August 2011

Lange Nacht der Musen

Zur langen Nacht der Museen veranstaltet die Volks-Galerie in der Jansen-Bar eine lange Nacht der Musen. Am 27.8. startet der Abend schon um 17 Uhr mit einer Vernissage, um 19 Uhr liest Volker Geissler, um 20 Uhr gibt es Chansons ("Canzoni al dente") und ab 22 Uhr legt DJane Beatgirl from Bacharach auf. Das ganze in der Jansenbar, Gotenstraße 71.


Samstag, 13. August 2011

(Illegaler) Spaziergang im Gleisdreieck-Park

Eröffnung ist zwar erst am 3. September, dennoch treiben sich bereits die ersten Neugierigen und eine Handvoll Skateboarder auf ihrer schon mit Grafitti eingeweihten Anlage im neuen Park am Gleisdreieck herum. Noch bleibt einiges zu tun, dennoch macht der Park insgesamt einen guten Eindruck. Sicherlich ist er so angelegt worden, dass er möglichst pflegeleicht ist, dennoch wirkt die große Wiese keioneswegs steril. Die riesigen Steinfelder muss ich mir allerdings dann doch noch von den zuständigen Landschaftsarchitekten erklären lassen. Dadurch, dass einige Wege noch im Nichts enden, wird deutlich, dass dieser Park nur ein Teil eines größeren Konzepts ist, und erst dann richtig zur Entfaltung kommen wird, wenn der westliche Teil fertiggestellt wird und - vor allem für die Schöneberger - der Flaschanhalspark mit Brückenverbindung über die Yorckstraße. Insgesamt aber ist der Park bereits jetzt (bzw. ab dem 3. September) ein großer Gewinn für Kreuzberg und auch Schöneberg.









Freitag, 12. August 2011

Vom Lassenpark lernen heißt Infoveranstaltung zum Leuthener Platz

Der Leuthener Platz (copyright: kastius, google earth

Bezirksstadtrat Schworck hat sich bekanntermaßen beim Thema Heinrich-Lassen-Park mächtig in die Park-Nesseln gesetzt mit der Folge, dass die Anwohner auf unabsehbare Zeit an Bauzäunen vorbeiflanieren dürfen. Damit solches Ungemach so kurz vor den Wahlen nicht erneut dräut, hat Schworck für Donnerstag, dem 18. August, zu einer Infoveranstaltung in die Robert-Blum-Oberschule in der Kolonnenstraße zum Thema Verkehrsberuhigung der Naumannstraße im Bereich Leuthener Platz geladen. Für diese Maßnahme sei kurzfristig Geld zur Verfügung gestellt worden und könne noch dieses Jahr verbraten werden. Zum Ausgleich wird es immer unwahrscheinlicher, dass der Ost-West-Grünzug über den Leuthener Platz und die Dresdner Bahn wie versprochen diesen September fertiggestellt werden - dort scheint in den letzten Wochen kaum etwas zu geschehen. Quelle surprise für Berlin! Vielleicht kann Herr Schworck ja neben den Jubelnachrichten auch zu diesem Thema etwas verkünden.