Donnerstag, 29. März 2012

Auf nach Westen

Hier würde es geradeaus weitergehen

Eigentlich sollte die Brücke namens Alfred-Lion-Steg nach Tempelhof längst benutzbar sein, neuer Termin zur Eröffnung ist jetzt Juli. Der Grund für die Verzögerung ist unklar, zumindest wird nach Monaten Stillstand wieder an der westlichen Rampe gewerkelt - vielleicht wird es dieses jahr doch noch was.
Es geht endlich weiter
Währenddessen gibt es auch am westlichen Inselrand gute Nachrichten: Die Querung der Wannseebahn wird jetzt doch verwirklicht - mit etwas Glück relativ zeitnah. Der Grund ist, dass kein aufwändiges Brückenbauwerk errichtet werden muss, sondern kostengünstig ein einfacher Weg über den vorhandenen Bahntunnel geschaffen wird. In den letzten Wochen wurden bereits ein paar alte Schienen beseitigt. Wenn jetzt die Bahn mitspielt und noch einen im Weg liegenden Kabelkasten verlegt, könnte es eigentlich recht schnell gehen. Der Weg führt dann vom Cheruskerpark zur Ebersstraße auf der westlichen Seite. Allein - wenn ich das Wort "Bahn" höre, werde ich misstrauisch...
Rot-Blau: neuer Weg zur Hauptstraße, grün: alte Verbindung
Jedenfalls wäre es eine schöne neue Verbindung für die Inselbewohner, der Weg Richtung Hauptstraße und Kaiser-Wilhelm-Platz wäre erheblich verkürzt.

Donnerstag, 22. März 2012

100 Jahre Königin-Luise-Gedächtniskirche

Der Gustv-Müller-Platz liegt etwas abseits versteckt zwischen den Durchfahrtsstraßen auf der Insel, ist aber sicherlich der schönste in unserem Kiez. Und auf ihm steht seit jetzt hundert Jahren die Königin-Luise-Gedächtniskirche. Am 10. März 1912 wurde der Saalbau eingeweiht, am 136. Geburtstag seiner Namensgeberin. Der Oktogon-Grundriss passt sich der Platzstruktur an; die Kuppel prägt das ganze Viertel. Übrigens gab es schon damals einen Namensstreit um den Bau, passte doch eine Monarchin nicht ganz in das sozialdemokratische Arbeiterviertel.

Dienstag, 20. März 2012

Fundstück: Die Bürgermeisterin ist hocherfreut

Nein, wir befinden uns nicht im Jahr 1986 im Bezirk Weißensee, wir befinden uns im Jahr 2012 in der demokratischen Bundesrepublik Deutschland. Trotzdem ist dieser Text im besten ADN-Sprech als Pressemitteilung des Bezirks veröffentlicht worden: "Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler zeigt sich hocherfreut, dass noch in diesem Jahr die TU ihren neuen Campus auf dem EUREF Gelände beziehen wird." Garniert wird der Text mit einem Foto, wie sich Bezirksbürgermeisterin zusammen mit EUREF-Chef Müller hocherfreut zeigt. Müller dürfte auch hocherfreut sein, so ist zu vermuten. Erreicht doch die Speichelleckerei des Bezirks mit dieser Veröffentlichung einen neuen Höhepunkt.
Die Anwohner und die Bürger des Bezirks sind nicht hocherfreut, weil:
Wie bei der BI Gasometer nachzulesen ist, wurde das Versprechen Müllers und der Verantwortlichen im Bezirk gebrochen, dass die geplante Straßenverbindung vom Sachsendamm aus Müllers Tasche voll finanziert werden soll. Der Steuerzahler wird jetzt doch herangezogen.
Die mehrfach wiederholte Zusage, dass sämtlicher Verkehr über den Sachsendamm geleitet werden und die Insel von zusätzlichem Verkehr verschont werden soll, wurde ebenfalls von Müller und dem Bezirk gebrochen. Das wohlfeile Wahlversprechen (ganz vorne die SPD), die Torgauer Straße zur Insel zu schließen, ist Makulatur. Die Straßenverkehrsbehörde hat die Sperrung abgelehnt, da der Sachsendamm zu stark belastet würde. Das sollte man sich auf der Zunge zergehen lassen: Der Sachsendamm muss entlastet werden, indem der zusätzliche Verkehr, inklusive Baustellenfahrzeuge, über die Insel geleitet werden MUSS. Solange, bis Müller sich dazu bequemt, die Zufahrtstraße zu bauen. Die ganze Misere ist ebenfalls bei der BI schön nachzulesen.
Dies bedeutet wiederum, dass die Erweiterung des Cheruskerparks nach Süden auf unbestimmte Zeit verschoben ist.
Dass diese Punkte von der Bürgermeisterin angesprochen werden, erwarte ich als Bürger, nicht nette Fotos von hocherfreuten Bürgermeisterinnen und Investoren. Vielleicht könnte sie sich auch mal erkundigen, was eigentlich die Sanierung des Gasometers macht. Zu sehen ist von Arbeiten seit Mai 2011 nichts und die untere Denkmalschutzbehörde des Bezirks ignoriert Anfragen von Bürgern.