Mittwoch, 19. Oktober 2011

Schandfleck: Schwielowsee-Grundschule

So verkommt... "der Kietz" stand einst auf der inzwischen zerbrochenen Scheibe

Verwahrlosung à la Schöneberg
Es gibt kaum noch ein heiles Fenster, das Unkraut wuchert, Sperrmüll liegt herum. Das Gelände der ehemaligen Schwielowsee-Grundschule samt der Wegeverbindung zwischen Geßler- und Monumentenstraße ist fraglos der größte Schandfleck auf der Roten Insel, vielleicht sogar in ganz Schöneberg. Seit bald fünf Jahren steht das Gebäude leer und eine Besserung ist wohl auch für die nächsten fünf Jahre nicht in Sicht. Fast prophetisch war die Aussgae der damaligen Schulleiterin in der Berliner Zeitung 2006: "Sie sieht die eingeworfenen Scheiben schon vor sich. Ein Schulhort, der zum Hort des Vandalismus wird." Vielleicht war das aber auch lediglich gesunder Menschenverstand, der der verantwortlichen Verwaltung und Politik abgeht. Gegenwärtig gehört das Gelände der Treberhilfe, deren hochfliegende Pläne aufgrund der bekannten Probleme (Stichwort "Maserati-Affäre") längst Makulatur geworden sind. Geradezu hilflos wirkt die Aussage des Abgeordneten Oberg, dass er Gespräche mit dem Eigentümer und dem zuständigen Stadtrat geführt habe. Die "eindringliche Bitte" die Schäden zu beseitigen, verhallte offensichtlich ungehört - Na sowas! Ebenso die kurzfristigen Säuberungsaktionen bringen natürlich keinerlei langfristige Verbesserungen. Deutlicher wird die Grüne Stadträtin Sibyll Klotz, die für den Zustand den "grottenschlechten" Vertrag zwischen Liegenschaftsfonds und Treberhilfe verantwortlich macht, der die Treberhilfe zu keinen Investitionen verpflichtet. Hoffnung auf Besserung macht sie allerdings auch nicht. So wird das Gebäude vermutlich auch die nächsten Jahre weiter verfallen mit der einfachsten Erklärung, die Politik und Verwaltung geben können: "Da kann man nichts machen." Eine Bankrotterklärung.
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Kommentare:

  1. Wenn es stimmt, was ich gehört habe, dann hat Frau Klotz recht: Der Vertrag Liegenschaftsfonds/Treberhilfe soll nicht nur schlecht, sondern auch nicht rückabwickelbar sein. Der Verein von Herrn Ehlert kann also mit dem Grundstück weiter zocken. Es wurde keine Verfallsklausel oder Rückauflassungsvormerkung vereinbart, wie das seit den Zeiten der Treuhand in derartigen Fällen üblich ist.

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  2. Wer hat denn da mit wem verhandelt? Irgendwie schon seltsam, dass der Ehlert (Ex-MdA der SPD) und wie der Ehlert zum Zuge kam. Ohne Unterstützung aus der Politik kommt man bei einem solchen Projekt noch nicht mal in die Nähe des Topfes.
    Wer hat den Ehlert denn dahin getragen?
    Und: Ist der Verwaltungspraktikant, der den Vertrag mit Ehlert aushandelte, nun bei der Treberhilfe beschäftigt?
    So richtig peinlich für die Verwaltung wäre es allerdings, wenn sich herausstellen würde, dass ein Flachmann die Verhandlungen führte.
    Lässt sich das nicht mal untersuchen und ggf. ahnden? Dem Land wie Bezirk ist doch ein echter Verlust entstanden.

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  3. Die Treberhilfe bezahlt weder ihre Mitarbeiter noch zahlt sie Mieten. Das sollte doch Insolvenz bedeuten...
    Ein Ex-Mitarbeiter

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  4. Die persönlichen Schicksale sind allerdings um einiges schwerwiegender als ein leerstehendes Gebäude. Zudem hat die Treberhilfe dem gesamten sozialen Sektor in Berlin massiv geschadet. Umso schlimmer, dass Ehlert dort noch immer rumspuken kann.

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  5. interessant für mich ist, dass das Liegenschaftsamt anscheinend stringend nur Mist "am laufenden Band" produziert. Wie auch, wenn da irgendwelche Verwaltungs"fuzzies" mit der sogenannten Freien Wirtschaft (nicht "Kneipe") und dazu gehörenden Vertragsvereinbarungen zu tun haben? Sitzend hinter verstaubten Aktendecklen bekommt man eben nicht mit, wie es "draussen" zugeht. Die Welt draussen hat was von freier Wildbahn, von Fressen und Gefressen werden. Arschkriechen allein reicht da als notwendige Qualifikation nicht aus. Vor lauter Sparzwang ist nicht einmal das Geld zum juristischen Prüfen der Vertagstexte da. Der bezirkseigene Justist wird's schon wissen. Schlussendlich bezahlt der Steuerzahler die Zeche. Wass soll's!

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