Mittwoch, 28. Oktober 2009

Inforadio zum Euref-Projekt


Wie bereits die BI Gasometer, erlaube ich mir ebenfalls, auf einen sehr hörenswerten Beitrag des Inforadios zum EUREF-Projekt hinzuweisen. Sehr ausführlich, sehr informativ und hier zu hören. Zudem hat die Abendschau ebenfalls einen Beitrag am Sonnatg gesendet, dieser Film ist hier zusehen.

Montag, 26. Oktober 2009

Überflüssig wie ein Klotz


913.750 Euro. Soviel hat die Sanierung des Schwerbelastungskörpers an der Kolonnenbrücke gekostet. Fast eine Million wurde dazu ausgegeben, einen Betonklotz aufzuhübschen, einen Pavillion und einen hässlichen Aussichtsturm zu errichten, um auf den Klotz runterschauen zu können. In Zeiten, in denen es an allen Ecken und Enden an Geld fehlt. In denen Projekte zur Bekämpfung des Rechtsradikalismus ums Überleben betteln müssen. An diesem Projekt zeigt sich wieder einmal das (typisch deutsche) Phänomen der Faszination und der Affinität zu allem, was mit Nazis und dem Führer zu tun hat. Nicht umsonst blickt alle drei Wochen von Stern und Spiegel der GRÖFAZ in die Gesichter potentieller Käufer - 3. Reich sells. So wird noch der letzte Hochsitz, von dem Göring einst eine Sau erlegt hat, zum Denkmal erklärt, an dem man die Schrecken der damaligen Zeit erkennen kann. Die Fadenscheinigkeit wird umso deutlicher, wirft man einen Blick auf die Seiten des Vereins Berliner Unterwelten und des Stadtumbaus Berlin, aus dessen Mitteln die Sanierung finanziert wurde. Da werden ausführlich die Messungen, Planungen und zuständigen Behörden aufgelistet, von den Zwangsarbeitern, die das Ding errichten mussten, findet sich kein Wort. Seriöse Geschichtsaufarbeitung sieht anders aus. Gerade die Funktion, die sich der Unterwelten-Verein in den letzten Jahren erarbeitet hat, gehört auf den Prüfstand gestellt. Übrigens sind für den Gedenkort Haus 54A, wenige Hundert Meter weiter an der General-Pape-Straße, zur Erinnerung an die Opfer eines SA-Gefängnisses 83.000 Euro eingeplant.

Samstag, 24. Oktober 2009

Erweiterung der Havelland-Grundschule


Nach etwas mehr als einem Jahr Bauzeit wurde bereits der Neubau der Havelland-Grundschule in der Kolonnenstraße in Betrieb genommen. Für etwa drei Millionen Euro ist ein zweigeschossiger Neubau entstanden, der neben Gruppenräumen eine Mensa enthält. Notwendig war die Erweiterung geworden, um die Ganztagesbetreuung der Schüler gewährleisten zu können. Die Gruppenräume liegen alle zur Schulhofseite hin, der ebenfalls neu gestaltet wird. Dieses Projekt ist Teil des Stadtumbaus Berlin und steht kurz vor seiner Vollendung. Noch muss einiges gewerkelt werden, so auch an der Lärmschutzwand, die an der Kolonnenstraße und der neuen Verbindungsstraße zum Südkreuz entlang entsteht. Bei dieser Wand ist allerdings zu befürchten, dass schon nach kurzer Zeit eine unansehnliche Schmierfläche entstehen wird.

Freitag, 16. Oktober 2009

Die Willkür des Herrn Müller


Vor einigen Wochen habe ich bereits darüber berichtet, dass der vom Bezirk gefeierte Investor Reinhard Müller und seine EUREF offensichtlich den Vertrag für die Nutzung des Gasometers als Werbefläche gebrochen haben. Dieser besagte, dass mit der Sanierung spätestens neun Monate nach Betriebsbeginn begonnen werden soll. Inzwischen sind fast 14 Monate verflossen. Vom Bezirksamt hört man dazu: nix. Dabei könnte die Betriebserlaubnis laut Vertrag entzogen werden. Stattdessen wurden die Anwohner nun kalt erwischt, mussten sie doch erfahren, dass das Zelt im Inneren des Gasometers klammheimlich als Partylocation mit allen unangenehmen Folgen geplant wurde. Am 6. und 8. Oktober musste bereits die Polizei eingeschaltet werden, um für Ruhe zu sorgen. Wird auf der Homepage der Euref noch das Deckmäntelchen "Energie" zur Nutzung des Ortes benutzt ("Veranstaltungen aller Art – vornehmlich natürlich zum Generalthema Energie"), liest sich das auf der aufwendig gestalteten Seite Berlin-Gasometer schon anders: "... bildet den Rahmen für künftige Events aller Art: Es werden von Produkteinführungen, Showcases, Incentives, Fashionshows bis hin zu Ausstellungen, Kongressen oder Gala Dinners stattfinden." Hier macht man sich also gar nicht mehr die Mühe, mit dem Thema "Energie" den politisch korrekten Ton zu treffen und so die Verantwortlichen einzulullen. Was "Fashionshows" mit Energie zu tun haben, fragt sich der Laie schon. Und was "Incentives" sind, will ich eigentlich gar nicht wissen. Es geht Müller und Co. einzig und allein um die Verfolgung seiner persönlichen (monetären) Interessen. Dass mit diesem Brimborium gleichzeitig zugegeben wird, dass die EUREF nicht im Entferntesten daran denkt, ihre Zusagen zur Sanierung einzuhalten, muss nicht weiter betont werden. Die Bewohner wundern sich allerdings nicht weiter, dass das Bezirksamt nicht einschreitet, wurden ihre Interessen bisher auch nicht berücksichtigt, ihre Warnungen in den Wind geschlagen. Offensichtlich kann mit dem Gelände geschehen, was Herrn Müller gerade so einfällt, von Partylocations war auf keiner Bürgerversammlung die Rede. Bei diesem Bezirksamt und diesem Baustadtrat kann einem angst und bange werden, was auf dem GASAG-Gelände künftig noch alles geschehen wird.

Donnerstag, 15. Oktober 2009

Jeden Tag anders


Die Szenerie an der Naumannstraße Ecke Torgauer verändert sich momentan jeden Tag. Um die Verbindung zur Neuen Naumannstraße zu schaffen, wurde letzte Woche die alte Grundstücksmauer zum Gewerbegebiet endgültig niedergerissen. Der Gehweg und ein Teil der Fahrbahn sind aufgerissen und es wird unermüdlich gebaggert. Bei dem Tempo mag man fast glauben, dass bis zum Jahresende zumindest die Fahrbahn der neuen Verbindungsstraße schon hergestellt werden kann. Zumindest den Verlauf kann man schon deutlich erkennen. Leider werden die Umbaumaßnahmen zur Verkehrsberuhigung in der alten Naumannstraße auf sich warten lassen. Zunächst vertraut das Bezirksamt darauf, dass aufgrund der Straßenführung der Verkehr automatisch über die neue Verbindung rollt. Auch beim (inoffiziellen) nördlichen Ausgang vom Bahnhof Südkreuz stolpert man fast über neue Baufahrzeuge. Anscheinend wird hier bereits damit begonnen, den neuen Weg (Stichwort "Schöneberger Schleife") entlang der S-Bahn zu schaffen. Dazu muss allerdings der alte Weg, den die Bahn schon vor einigen Jahren angelegt hatte und in einer Sackgasse hat enden lassen, erst einmal beseitigt werden. Die Bäume können glücklicherweise gerettet werden; sie bekommen aber neue Standorte.

Sonntag, 11. Oktober 2009

Die Post kommt


Vor ein paar Tagen lag in meinem Postbriefkasten mit der Aufschrift "Keine Werbung" Werbung von der Post. Den Inhalt fand ich sehr erfreulich. Ab (bzw. inzwischen seit) dem 9. Oktober gibt es eine Post-Partnerfiliale auf der Insel. Im Zeitungsladen Wallert in der Leberstraße 24 können ab jetzt Pakete und Briefe abgegeben, Briefmarken gekauft werden oder was man sonst so auf der Post zu erledigen hat. Die Inselbewohner müssen also nicht mehr zur Hauptstraße und auch die Öffnungszeiten sind für geübte Postschlangensteher ungewöhnlich: Montags bis Freitags von 6 bis 21 Uhr, Sonnabends von 7 bis 21 Uhr und sogar Sonntags von 7 bis 13 Uhr. Da hat der Privatisierungswahn mal was Gutes.

Mittwoch, 7. Oktober 2009

Stadtumbau Südkreuz


Im Rahmen der Stadtumbauwoche fand gestern (6.10.) eine Informationsveranstaltung mit Baustadtrat Bernd Krömer, Herrn Kroll vom Amt für Planen, Genehmigung und Denkmalschutz und Herrn Müller von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung im Rathaus Schöneberg statt. Etwa 40 Anwohner interessierten sich für den aktuellen Stand der Maßnahmen, die rund um den Bahnhof Südkreuz geplant sind. Die zuständigen Planer referierten über den Grünzug vom Leuthener Patz mit der Brücke über die Bahnanlagen und die Anbindung im Tempelhofer Gebiet, den Weg entlang der S-Bahn vom Südkreuz bis zur Yorkstraße, der entsprechenden Verbindung entlang des Wannseebahngrabens (alles bekannt unter dem Oberbegriff "Schöneberger Schleife"), der Neugestaltung von Havellandgrundschule und Cheruskerpark sowie zu Projekten im Rahmen des Geschichtsparcours Papestraße (Schwerbelastungskörper und Gedenkort Haus 54a). Bis auf einige Details wie z.B. der Rampengestaltung für die Brücke (die, wie schon vermutet, erst 2010 begonnen wird und 2011 fertiggestellt werden soll), gab es eigentlich wenig Neues, was nicht auf den entsprechenden Seiten nachzulesen wäre. Auffällig ist, dass in der ausgegebenen Broschüre auf der Grafik mit den Projekten von 2010 bis 2015 der Schleifen-Abschnitt in der Torgauer Straße nicht enthalten ist. Andererseits konnte Herr Kroll berichten, dass die entsprechenden Grundstücksankäufe inzwischen unter Dach und Fach wären. Die Neue Naumannstraße soll bis Ende des Jahres fertiggestellt, wenn auch noch nicht betriebsbereit sein. Allerdings nannte selbst Herr Krömer diese Terminplanung "sehr ambitioniert".
Die Anwohner begrüßten überwiegend die vorgestellten Projekte, Widerspruch kam vor Allem von einer Vertreterin der AIF Bautzener Straße. Das Gelände zwischen Straße und Bahntrasse wird ihrer Ansicht nach zu wenig berücksichtigt, zudem gibt es Gerüchte um einen Selfstorage-Bau auf dem Gelände, der sicher nicht zur Verschönerung des Gebiets beitragen würde.
Wer noch mehr erfahren will, kann übrigens noch an weiteren Info-Veranstaltungen diese Woche teilnehmen, u.a. an einer Radtour entlang der Schleife oder einem Rundgang entlang des Tempelhofer Damms, der ebenfalls umgebaut werden soll.

Sonntag, 4. Oktober 2009

Riesen-Halle entsteht


An der Neuen Naumannstraße (bzw. Wilhelm-Kabus-Straße) entsteht, wie schon vor ein paar Wochen erwähnt, ein Neubau der Iden System GmbH. Seit einigen Tagen kann man das wahre Ausmaß der Halle erkennen, da zahlreiche Pfeiler für die Trage-Konstruktion aufgestellt wurden. Deutlich wird jetzt auch die Beeinträchtigung des geplanten Fahrradweges entlang der Bahntrasse, der sich mit wenigen Metern zwischen Riesen-Halle und Gleisen wird begnügen müssen. Bleibt zu hoffen, dass die Wände nicht auch pure Lagerhaus-Optik erhalten werden.