| Erste grüne Plakate |
Der eindeutig bekannteste Kandidat ist Lars Oberg von der SPD, der seinen Wahlkreis gerne verteidigen möchte. Oberg ist erst 32 Jahre alt und gehört offensichtlich zu den Hoffnungsträgern der SPD, wird sogar als Staatssekretär in seinem Fachgebiet (Wissenschaft) gehandelt. Darüber hinaus macht Oberg Schlagzeilen durch seine Auftritte mit seinem Markenzeichen, der Mütze. Dieser Aspekt zeigt die sehr geschickte Öffentlichkeitsarbeit des gebürtigen Stuttgarters (keine Ahnung, ob er schwäbelt....) auf. Präsent durch seine Homepage, auf Facebook und auch twitter fährt er alles auf, was ein moderner Wahlkampf benötigt. Sogar auf einen Artikel im Insel-Blog hat er einst direkt reagiert, die Verlinkung von seiner Homepage inzwischen allerdings wieder gelöscht.
Bei aller Präsenz gehen die Inhalte allerdings leider baden. Was die direkten Ziele sind, ist nur schwer erkennbar. Auf seinem twitter-Account ist zwar schön regelmäßig zu lesen, wie viele Straßenstände er bestreitet und wie viele Hausbesuche wieder getätigt wurden, daneben wird kräftig auf Künast und das grün-schwarze Schreckgespenst geschimpft, aber inhaltlich ist hier wenig zu erfahren. Ähnlich auf der Homepage, ein knapp zusammengefasstes Programm ist nur schwer zu finden. Das Dilemma der SPD wird an verschiedenen Stellen deutlich: Da ist von bezahlbaren Mieten und guten Schulen die Rede - der geneigte Leser stellt sich da schon die Frage, wer eigentlich an der Regierung ist seit Jahrzehnten. Zur EUREF auf dem Gasometergelände ist von einem Luftschloss die Rede - bloß blöd, wenn die Genossen in der BVV alle Beschlüsse und Baugenehmigungen ständig abnicken. So kann nun weder fundierte Kritik geübt noch auf eine erfolgreiche Standortpolitik verwiesen werden. Also lieber schweigen im Walde. Zur Verkehrspolitik wird über die wahnwitzige A100-Planung auch lieber nichts geschrieben, der S-Bahn-Skandal wird auf die Bahn abgeschoben und ein lustiger Schlagabtausch findet sich im Gästebuch zur berühmt-berüchtigten Fahrradpolitik des Bezirks, in der Oberg etwas ungeschickt vier angebliche Verbesserungen der letzten fünf Jahre zusammenklaubt, sich aber nicht in die Bezirkspolitik einmischen will.
Vermutlich der aussichtsreichste Konkurrent ist Jürgen Roth von den Grünen. Die ersten Plakate mit seinem Konterfei hängen bereits auf der Insel - den Spruch "Außen Roth - Innen Grün" hätte man vielleicht besser weglassen sollen. Verglichen mit Oberg ist Roth weit weniger präsent im Netz, dafür wird auf der verlinkten Seite knapp und übersichtlich ein Bild des Kandidaten vermittelt. So ist zu erfahren, dass der 55-jährige Politologe seit 1999 in der Feurigstraße wohnt und im Bezirk tief verwurzelt ist. Sein Wahlprogramm und seine Ziele werden knapp und übersichtlich präsentiert. Sicher ist es für einen Oppositionspolitiker einfacher, bestimmte Forderungen aufzustellen, dafür setzt er sich aber für konkrete Projekte ein, wie die absolut wünschenswerte Straßenbahnverbindung von Steglitz über den Kaiser-Wilhelm-Platz zum Potsdamer Platz und weiter zum Alex. Etwas mehr Aktiviät im Netz wäre bei den Grünen allerdings schon wünschenswert.
Und die CDU, tja, entweder fängt die erst noch an, oder sie hat schon aufgegeben. Der Kandidat heißt Christian Zander, ist offensichtlich BVV-Mitglied, natürlich Jurist und Jahrgang 1978. Seine Homepage befindet sich noch im Aufbau und ansonsten ist nichts zu finden außer eines Facebook-Accounts. Da der Autor aber Facebook ablehnt, kann dazu nichts geschrieben werden. Vielleicht wacht bei der CDU ja noch jemand in den nächsten Wochen auf.
