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Dienstag, 4. September 2012

Tag des offenen Denkmals 2012

Torgauer Straße mit Gasometer
Dieses Wochenende findet wieder der Tag des offenen Denkmals statt und die Insel ist erneut mit zwei sehenswerten Veranstaltungen vertreten. Wie jedes Jahr gehört zu den Highlights ein Besuch des Alten St.-Matthäus-Kirchhofs in der Großgörschenstraße. Am Sonnabend findet hier eine Führung mit Lesung mit dem Mausoleum der Familie Bolle als Schwerpunkt statt, am Sonntag eine allgemeine Führung zur Geschichte des über 150 Jahre alten Friedhofs; Beginn jeweils 14 Uhr.
Auch die BI Gasometer hat sich dieses Jahr wieder etwas einfallen lassen: Sie stellt die Torgauer Straße in den Mittelpunkt. Vor dem Grünflächenbau können hier noch einmal die "Zeugnisse ihrer Geschichte" besichtigt werden. Auf der Strecke liegen zudem das alte Gaswerk und das Grundstück, auf der sich die Kohlenhandlung befunden hat, in der Julius Leber seine Widerstandskontakte organisiert hat. Beginn ist an beiden Tagen ebenfalls 14 Uhr, die Führungen beginnen gegenüber dem S-Bahnhof Schöneberg.
Zu den weiteren sehenswerten Veranstaltungen in der Nähe gehören der Schwerbelastungskörper, das Kasernengelände an der Papestraße und das SA-Gefängnis ebendort.

Montag, 26. Oktober 2009

Überflüssig wie ein Klotz


913.750 Euro. Soviel hat die Sanierung des Schwerbelastungskörpers an der Kolonnenbrücke gekostet. Fast eine Million wurde dazu ausgegeben, einen Betonklotz aufzuhübschen, einen Pavillion und einen hässlichen Aussichtsturm zu errichten, um auf den Klotz runterschauen zu können. In Zeiten, in denen es an allen Ecken und Enden an Geld fehlt. In denen Projekte zur Bekämpfung des Rechtsradikalismus ums Überleben betteln müssen. An diesem Projekt zeigt sich wieder einmal das (typisch deutsche) Phänomen der Faszination und der Affinität zu allem, was mit Nazis und dem Führer zu tun hat. Nicht umsonst blickt alle drei Wochen von Stern und Spiegel der GRÖFAZ in die Gesichter potentieller Käufer - 3. Reich sells. So wird noch der letzte Hochsitz, von dem Göring einst eine Sau erlegt hat, zum Denkmal erklärt, an dem man die Schrecken der damaligen Zeit erkennen kann. Die Fadenscheinigkeit wird umso deutlicher, wirft man einen Blick auf die Seiten des Vereins Berliner Unterwelten und des Stadtumbaus Berlin, aus dessen Mitteln die Sanierung finanziert wurde. Da werden ausführlich die Messungen, Planungen und zuständigen Behörden aufgelistet, von den Zwangsarbeitern, die das Ding errichten mussten, findet sich kein Wort. Seriöse Geschichtsaufarbeitung sieht anders aus. Gerade die Funktion, die sich der Unterwelten-Verein in den letzten Jahren erarbeitet hat, gehört auf den Prüfstand gestellt. Übrigens sind für den Gedenkort Haus 54A, wenige Hundert Meter weiter an der General-Pape-Straße, zur Erinnerung an die Opfer eines SA-Gefängnisses 83.000 Euro eingeplant.