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Freitag, 20. April 2012

Mehr Grün

Cheruskerdreieck mit Torgauer
Im Rathaus Schöneberg fand gestern eine weitere Informationsveranstaltung zum Thema Schöneberger Schleife statt, zu der sich trotz mangelhafter Flyer-Einladungs-Verteilung (bis in die direkt betroffene Torgauer Straße fanden diese nicht den Weg) einige interessierte Bürger und auch Bezirksverordnete einfanden.
Stadtrat Krüger moderierte den Abend, der aus zwei Hauptthemen bestand. Zum ersten Mal wurden die Planungen für das Cheruskerdreieck und den Grünzug entlang der Torgauer Straße konkret vorgestellt. Einige Details fanden Zustimmung, aber auch Kritik durfte natürlich nicht fehlen. Noch in den kommenden Monaten sollen die Arbeiten beginnen, die Fertigstellung ist für Ende 2014 geplant. Bei den gewohnten Verzögerungen im Bezirk ist wohl eine Nutzung ab 2016 einigermaßen realistisch.
Auf dem Gelände zwischen Torgauer Straße und dem bestehenden Cheruskerpark soll das Gefälle etwas nivelliert werden, somit können behindertengerechte Wege angelegt werden. Für Behinderte sollen ebenfalls einige Freizeitangebote geschaffen werden (beispielsweise eine Art stationäres Fahrrad) - eine absolut zu begrüßende Maßnahme, ist mir so etwas bislang doch völlig unbekannt. Auch auf Zustimmung traf die geschwungene Wegeführung, ist die strenge preußische Geradlinigkeit doch gerade beim Park am Gleisdreieck ein Hauptkritikpunkt.
Die Böschung entlang des Bahndamms soll weitgehend erhalten bleiben, die Pappelreihen werden ergänzt. Allerdings sollen die Ansätze zu den ehemaligen Brückenbauwerken der Cheruskerkurve sowie an der Naumannstraße weggebaggert werden - dies könnte noch zu Auseinandersetzungen führen, wird hier doch ein beträchtlicher Teil an verwildeter Vegetation verloren gehen. Am östlichen Ende wird ein platzartiger Eingang entstehen, den man auf dem Dreieck des kleinen Stücks der ehemaligen Naumannstraße heute bereits erahnen kann.
Bereich Gotenstraße
Positiv zu bewerten ist noch die geplante Gedenkstelle für Julius Leber. Entgegen früherer Annahmen handelt es sich nicht mehr um die originale Kohlenhandlung, von der aus der Sozialdemokrat Widerstand organisierte. Die Baracke wurde demnach in den 50ern einigermaßen originalgetreu nach einer - mutmaßlichen - Kriegszerstörung wiederaufgebaut. Angedacht ist, den Grundriss mit einer Pflasterung kenntlich zu machen. Über die genaue Gestaltung wird demnächst in einem künstlerischen Wettbewerb entschieden. Es ist wirklich bedauerlich, dass darüber so gut wie gar nichts in die Öffentlichkeit dringt, könnte der Bezirk hier doch wirklich punkten.
Hauptkritikpunkt ist der sieben Meter breite Fuß- und Radweg, der ab der Cheruskerstraße die Torgauer ersetzen soll. Ende ist nämlich zunächst nicht an der Dominicusstraße, sondern an der geplanten Zufahrtsstraße zur EUREF. Der Bezirk konnte und wollte gestern nichts zu den Verhandlungen mit Müller diesbezüglich sagen, so steht eine Weiterführung vorerst in den Sternen. Und selbst ein dauerhaftes Ende des Weges im Nichts scheint nicht ausgeschlossen.
Östliches Ende an der Naumannstraße
Zweiter Punkt des Abends war die Wannseebahnquerung, deren Details vorgestellt wurden. Hautschwierigkeit ist hierbei die Querung eines Kabelschachtes der Bahn, der über einen kleinen Steg überbrückt werden soll. Offensichtlich wurde die Planung aber mit heißer Nadel gestrickt, selbst Herr Kroll vom Stadtentwicklungsamt musste einräumen, dass hier wohl eine Fehlplanung vorliege. Dem erstaunten Publikum wurde nämlich von Frau Hermann Hoffmann vom Grünflächenamt erklärt, dass die Breite des Weges mit 2 Meter 50 nur für Fußgänger vorgesehen sei. Was mit den Radfahrern geschieht, die im Zuge der Ost-West-Spange auf den Weg geleitet werden sollen, müsse die Zukunft zeigen, zunächst habe das Ordnungsamt dafür zu sorgen, dass die Wege nicht missbraucht werden. Dankenswerterweise demonstrierte Herr Kroll den Unterschied zwischen bürokratischer Halsstarrigkeit und bürgerfreundlicher Flexibilität und versprach eine Überarbeitung der Fehlplanung. Die Zeitplanung besagt, dass nach dem Ende der Haushaltssperre im Juni der Bau ausgeschrieben und noch in diesem Jahr fertiggestellt wird. Auch dies erscheint wohl kaum realistisch, wir sollten uns wohl realistischerweise bis nächstes Jahr gedulden - lassen uns aber gerne zur Abwechslung positiv überraschen.
Noch können vor allem beim Grünzug und dem Cheruskerdreieck Details umgeplant werden; bei aller Kritik und bei allen beschriebenen Fragezeichen denke ich, dass das zusätzliche Grün auf der Insel ein Gewinn an Lebensqualität sein wird.

Donnerstag, 19. Januar 2012

Ein kleiner Schritt

Blick nach Osten

Blick nach Westen
Überraschenderweise ist die Wegeverbindung zwischen Leuthener Platz und Wilhelm-Kabus-Straße bereits freigegeben worden. Ebenso die Naumannstraße für den Autoverkehr, nachdem der Umbau am Leuthener Platz fertig gestellt wurde. Die Aufpflasterung sorgt jetzt dafür, dass der Autoverkehr wenigstens für ein paar Meter auf Tempo 30 abgebremst wird - auf der restlichen Naumannstraße rast weiter die Mehrheit unserer motorisierten Mitbürger mit gewohnter Geschwindigkeit. Die Flächen südlich des neuen Weges werden vorläufig von Gittern abgesperrt und müssen erst noch mit Spielplatz und Kiefernhain aufgefüllt werden. Den Weg säumt eine Ahornreihe, eine Beleuchtung soll noch folgen. Die freie Fläche nördlich ist für eine zukünftige Bebauung vorgesehen - wann auch immer.
Hindernis Bordstein
Sinn macht diese Verbindung allerdings noch nicht, da Fußgänger oder Radfahrer wohl kaum in die Einöde des Gewerbegebiets pilgern wollen. Erst die Weiterführung zur einsam als Torso dastehenden Brücke über die Bahn und weiter über den (auch schon fertigen) Weg zur Gontermannstraße wird die Ost-West-Spange vervollständigen und einen attraktiven Weg Richtung Tempelhof bilden. An der Bahn trifft die Asphaltpiste dann die zukünftige Nord-Süd-Verbindung und bietet weitere Möglichkeiten, seine Strecken abseits der Autostraßen zu bewältigen. Wie vor einigen Tagen gemeldet, ist vor Juli mit der Fertigstellung des Stegs allerdings nicht zu rechnen - und auch die anderen Projekte werden wohl noch über die nächsten Jahre gestreckt.
Interessant wird noch, wie der Übergang an der Wilhelm-Kabus-Straße gestaltet werden soll. An eine Bordsteinabsenkung an dieser Stelle wurde beim Bau der zwei Jahre alten Straße nicht gedacht. Angesichts des starken Autoverkehrs ist ein Zebrastreifen dringend nortwendig.
Immerhin ein kleiner Schritt, viele weitere müssen noch folgen.





Mittwoch, 4. Januar 2012

Mit neuer Stadträtin ins neue Jahr

Für Donnerstag den 26. Januar lädt das Bezirksamt mal wieder zu einer Informationsveranstaltung zum "Stadtumbau Südkreuz" ein. Gespannt kann man auf den ersten Auftritt von Sybill Klotz als neue grüne Stadtentwicklungsstadträtin sein als Nachfolgerin des - vorsichtig geschrieben - eher investorennachhechelndenundanwohnerignorierenden CDU-Mannes Krömer. Da der Begriff des "Werkstattgesprächs" inzwischen getilgt wurde, ist jedoch davon auszugehen, dass auch im neuen Jahr vor allem fertige Pläne präsentiert werden. Schöneberger Schleife und Ost-West-Spange sollen im Mittelpunkt stehen, vielleicht wird auch der monatelange Baustillstand an der neuen Brücke über die Gleise nördlich vom Südkreuz erklärt werden - Eröffnung sollte nach letztem Stand diesen Monat sein.
Veranstaltungsort ist der Theodor-Heuss-Saal im Rathaus Schöneberg um 18 Uhr.

Sonntag, 6. November 2011

Kleine Fortschritte

Neue Perspektiven


Auf dem Weg zum Tempelhofer Feld konnte ich heute Erstaunliches entdecken: Das kurze Wegstück zwischen Gontermannstraße und General-Pape-Straße - Teil der Ost-West-Spange - wurde inzwischen fertig- und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Und das ganze ohne großes Drumherum mit Banddurschschneiden und was eigentlich so dazu gehört. Der Pfad endet an der Papestraße vor der fast fertigen Rampenanlage der neuen, noch namenlosen, Brücke über den Bahngraben auf Insel-Gebiet. Auf der anderen Seite ist die Lage indes wesentlich trostloser: Hier ist von einer Rampe nichts zu sehen, und der letztgenannte Fertigstellungstermin Januar 2012 wird somit von Tag zu Tag unwahrscheinlicher.
Da heute der Bauzaun des ebenfalls neuen Weges vom Südkreuz zu genannter Brücke beiseite geräumt war, konnte ich die Piste privat einweihen und das Bauwerk mal aus der Nähe in Augenschein nehmen und hier dokumentieren. Allerdings wird der Weg vermutlich noch eine ganze Weile als Sackgasse enden.

Blick nach Norden

Brücke unfertig, Kunst schon

Was für Kletterer

Sackgasse

Sonntag, 2. Oktober 2011

Baustellenschilderbesichtigung

???
???
Ein großes Rätsel der Menschheitsgeschichte waren wohl schon immer - und werden auch zukünftig immer sein - die Fertigstellungstermine für kleinere und größere Bauprojekte. Und warum eigentlich noch NIE ein Projekt vor dem versprochenen Termin fertig geworden ist. Ein weiteres Rätsel gibt uns das Baustellenschild für den Steg über den Bahngraben nördlich des Südkreuzes auf. Dort ist von einer Realisierung von August 2011 bis Januar 2012 zu lesen. Abgesehen davon, dass ursprünglich von einer Fertigstellung im September 2011 die Rede war (und auf der entsprechenden Seite vom Stadtumbau immer noch eine 11 steht), frage ich mich, was mit der Bauzeit zwischen September 2010 und August 2011 geschehen ist? War der Brückenschlag im April nur ein ebensolcher Scherz oder Einbildung?! Und schließlich: Wurden in dieser verschwundenen Zeit Gelder ausgegeben und werden diese nun zurückgezahlt? Fragen über Fragen. Zudem wurde doch bestimmt noch nie in diesen Breitengraden ein solches Projekt mitten im Winter fertig. Also Daumen drücken für die Verantwortlichen, dass der Sommer sich nicht noch weiter in die Länge zieht und bald völlig überraschend der Winter einbricht.
Nicht viel leichter macht es einem das Schild am Leuthener Platz. Der Weg ist asphaltiert, die ersten Zäune stehen, die Bolzplätze werden gerade angelegt. Dennoch soll noch ein volles Jahr gearbeitet werden bis zur Eröffnung. Eine Erklärung könnte höchstens eine überraschende Baupause von einem dreiviertel Jahr sein.

Freitag, 12. August 2011

Vom Lassenpark lernen heißt Infoveranstaltung zum Leuthener Platz

Der Leuthener Platz (copyright: kastius, google earth

Bezirksstadtrat Schworck hat sich bekanntermaßen beim Thema Heinrich-Lassen-Park mächtig in die Park-Nesseln gesetzt mit der Folge, dass die Anwohner auf unabsehbare Zeit an Bauzäunen vorbeiflanieren dürfen. Damit solches Ungemach so kurz vor den Wahlen nicht erneut dräut, hat Schworck für Donnerstag, dem 18. August, zu einer Infoveranstaltung in die Robert-Blum-Oberschule in der Kolonnenstraße zum Thema Verkehrsberuhigung der Naumannstraße im Bereich Leuthener Platz geladen. Für diese Maßnahme sei kurzfristig Geld zur Verfügung gestellt worden und könne noch dieses Jahr verbraten werden. Zum Ausgleich wird es immer unwahrscheinlicher, dass der Ost-West-Grünzug über den Leuthener Platz und die Dresdner Bahn wie versprochen diesen September fertiggestellt werden - dort scheint in den letzten Wochen kaum etwas zu geschehen. Quelle surprise für Berlin! Vielleicht kann Herr Schworck ja neben den Jubelnachrichten auch zu diesem Thema etwas verkünden.


Montag, 23. August 2010

Schöneberger Schleife wird geschnürt

Schleifen-Schild am Südkreuz
Neue Bauschilder auf der Insel: Der erste Abschnitt der Schöneberger Schleife, auf der eines fernen Tages Fußgänger, Radfahrer und Skater die Insel umrunden sollen, wird jetzt angegangen. Von der S-Bahn aus können die ersten Rodungsarbeiten beobachtet werden. Die Länge des Weges mutet mit 450 Meter zunächst ziemlich lächerlich an. Sinn macht die vier Meter breite Strecke wohl erst, wenn sie weiter über Kolonnen- und Monumentenstraße bis zum Gleisdreieckpark verlängert wird. Wie das gesamte Projekt in diesem Schneckentempo umgesetzt werden soll, bis das Stadtumbauprogramm 2014/2015 enden wird... aber der Bürger wundert sich schon längst nicht mehr. Zunächst gelangt man also lediglich vom Südkreuz (übrigens vom immer noch offiziell gar nicht zugelassenen Ausgang aus, den die Insel-Bewohner für sich als Schleichweg erobert haben) bis zur sogenannten Ost-West-Spange. Auch diese soll irgendwann mal einen übergeordneten Grünzug darstellen, der von Wilmersdorf bis zum Ex-Flughafen Tempelhof führen soll. Übrigens wird ein kurzes Stück blinden Weges, den die Bahn als (Alibi-)Ausgleichsprojekt vor Jahren vom Bahnhof bis zu einem Zaun völlig sinnfrei angelegt hatte, wieder abgerissen.
Auch am nördlichen Ende des kurzen Weges wird jetzt gebuddelt. Das Gelände gegenüber des Leuthener Platzes ist weitgehend freigeräumt, nun werden "Tanklager entsorgt", anschließend ein Weg angelegt, der auf eine Brücke über die Bahnanlage führen wird. Zudem wird ein Ballspielplatz sowie eine "kleine Grünanlage" angelegt , wobei es sich hoffentlich nicht um eine weitere (pflegeleichte) öde Rasenfläche handeln wird wie auf der kürzlich eröffneten GASAG-Nordspitze.
Wüste wird begrünt
Dabei ist es schon erstaunlich, was sich das Bezirksamt zum Ziel gesetzt hat: Die zweijährige Bauzeit soll laut Pressemitteilung in 16 Monaten abgearbeitet werden - bis Ende 2011. Gut, dass das Bauschild an der Naumannstraße Oktober 2012 angibt- erfahrungsgemäß müssen noch ein paar Monate draufgeschlagen werden. Die Verwirrung im Bezirksamt ist vermutlich darauf zurückzuführen, dass schon längst mit den Arbeiten hätte begonnen werden sollen. So ist als Realisierungszeitraum auf der Homepage des Stadtumabaus für die Brücke über die Bahn immer noch von einem "Realisierungszeitraum" von 2009-2010 die Rede.