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Sonntag, 21. Oktober 2012

Bagger rollen

Trümmerlandschaft am Cherusker-Dreieck
Die Blätter fallen, das Jahr neigt sich dem Ende zu - auf der Roten Insel scheint 2012 allerdings gerade erst zu starten. Nachdem monatelangem Stillstand ist seit Oktober an mehreren Stellen einiges zu beobachten in Sachen "Schöneberger Schleife"- und an einer anderen prominenten Stelle. Doch der Reihe nach:
In der Torgauer Straße haben die Abrissarbeiten der alten Baracken begonnen, das Cherusker-Dreieck wurde bereits fast vollständig abgeräumt und allmählich ist zu erkennen, wie groß die Fläche ist, die der Cheruskerpark hinzugewinnt.
Zukünftige Wannseebahnquerung
Etwas weiter nördlich entsteht der Durchgang zur Ebersstraße über den Wannseebahntunnel, die Fertigstellung ist für November geplant.
Bautzener Brache
Auf der "Bautzener Brache" haben ebenfalls die ersten Aufräumarbeiten begonnen - ähnlich wie beim Flaschenhals-Park nebenan. Hier entsteht das Endstück des Nord-Süd-Grünzugs mit Spielplätzen, einem breiten Fahrradweg und dem umstrittenen Aufgang zum Bautzener Platz. Als Fertigstellungstermin ist hier 2014 im Gespräch.
Der Alfred-Lion-Steg scheint nach weit über einem Jahr Verzögerung tatsächlich endlich am 8. November eröffnet zu werden. Der Termin wurde zwar noch nicht offiziell bestätigt, doch die letzten Arbeiten werden gerade erledigt. Ein vernünftiger und sicherer Übergang über die Wilhelm-Kabus-Straße wird zwar weiterhin fehlen - aber immerhin...
Nichts Neues am Leuthener Platz
Nichts zu sehen ist weiterhin am Leuthener Platz. Das Bauschild weist immer noch diesen Oktober als Fertigstellungstermin aus - allein, dieses Jahr wurde noch kein einziger Handschlag getan, die Zusagen des Bezirksamtes, dass es hier bald weitergehen soll, haben sich bislang als Seifenblasen erwiesen.





Abriss der Schwielowsee-Schule
Etwas überraschend sind Bagger noch an einer anderen Stelle zugange: Die Ruinen der Schwielowsee-Schule werden abgerissen. Der neue Eigentümer des Geländes, die Johannes-Schule, macht Nägel mit Köpfen, denn bereits in zwei Jahren sollen Waldorf-Schüler hier die Schulbank drücken. Im Gespräch ist ein regelrechter Campus; die Emil-Molt-Akademie als Berufsfachschule für Wirtschaft und Sozialwesen sowie die Freie Fachschule für Sozialpädagogik wurden mit ins Boot geholt. Nach jahrelanger Verwahrlosung versprechen die Pläne eine interessante  Bereicherung für die Insel.

Donnerstag, 12. Juli 2012

Johannes-Schule statt Schwielowsee-Schule

Ruinen der Schwielowsee-Schule
Seit Jahren verrottet und verkommt das Gelände der ehemaligen Schwielowsee-Grundschule, doch jetzt  scheint endlich Hoffnung zu bestehen, dass der Verfall bald gestoppt werden kann. 2009 erwarb die Treberhilfe das Gelände vom Liegenschaftsfonds, sie später durch die Machenschaften ihres Geschäftsführers Ehlert (Stichwort "Maserati-Affäre")  pleite und musste ihre Pläne für ein neues Zentrum aufgeben. Der Insolvenzverwalter hat sich jetzt für die Johannes-Schule als Käufer entschieden, die hier ihren neuen Standort errichten will. Geplant ist offensichtlich der Abriss der alten Gebäude und ein anschließender Neubau. Der bisherige Standort an der Bundesallee in Wilmersdorf soll demnach aufgegeben werden. Bei der Johannes-Schule handelt es sich um eine Privat-Schule auf Grundlage der Waldorf-Pädagogik und wurde erst 2004 aus einer Initiative aus Eltern und Lehrern gegründet.
Noch hat die Eigentumsübergabe nicht statt gefunden und bis zum Baubeginn wird es sicher noch einige Zeit dauern. Ein erneuter Schulstandort ist sicherlich eine gute Lösung für das Gelände, ob sich ausgerechnet eine Privatschule in unseren Kiez einfügt, muss sich zeigen. Besser als weitere Verwahrlosung ist es aber allemal.

Mittwoch, 19. Oktober 2011

Schandfleck: Schwielowsee-Grundschule

So verkommt... "der Kietz" stand einst auf der inzwischen zerbrochenen Scheibe

Verwahrlosung à la Schöneberg
Es gibt kaum noch ein heiles Fenster, das Unkraut wuchert, Sperrmüll liegt herum. Das Gelände der ehemaligen Schwielowsee-Grundschule samt der Wegeverbindung zwischen Geßler- und Monumentenstraße ist fraglos der größte Schandfleck auf der Roten Insel, vielleicht sogar in ganz Schöneberg. Seit bald fünf Jahren steht das Gebäude leer und eine Besserung ist wohl auch für die nächsten fünf Jahre nicht in Sicht. Fast prophetisch war die Aussgae der damaligen Schulleiterin in der Berliner Zeitung 2006: "Sie sieht die eingeworfenen Scheiben schon vor sich. Ein Schulhort, der zum Hort des Vandalismus wird." Vielleicht war das aber auch lediglich gesunder Menschenverstand, der der verantwortlichen Verwaltung und Politik abgeht. Gegenwärtig gehört das Gelände der Treberhilfe, deren hochfliegende Pläne aufgrund der bekannten Probleme (Stichwort "Maserati-Affäre") längst Makulatur geworden sind. Geradezu hilflos wirkt die Aussage des Abgeordneten Oberg, dass er Gespräche mit dem Eigentümer und dem zuständigen Stadtrat geführt habe. Die "eindringliche Bitte" die Schäden zu beseitigen, verhallte offensichtlich ungehört - Na sowas! Ebenso die kurzfristigen Säuberungsaktionen bringen natürlich keinerlei langfristige Verbesserungen. Deutlicher wird die Grüne Stadträtin Sibyll Klotz, die für den Zustand den "grottenschlechten" Vertrag zwischen Liegenschaftsfonds und Treberhilfe verantwortlich macht, der die Treberhilfe zu keinen Investitionen verpflichtet. Hoffnung auf Besserung macht sie allerdings auch nicht. So wird das Gebäude vermutlich auch die nächsten Jahre weiter verfallen mit der einfachsten Erklärung, die Politik und Verwaltung geben können: "Da kann man nichts machen." Eine Bankrotterklärung.
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