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Donnerstag, 7. Juli 2011

tip goes Gasometer

Gentrifizierung am Gasometer

Der Gasometer hat es auf das Titelblatt des tip geschafft, da musste ich mir das Heft gleich mal besorgen und die dazugehörige Geschichte "Das neue Schöneberg - Zwischen Gleisdreieck und Gasometer bewegt sich was" nachlesen. Das Foto mit drei hippen Friedrichshain/Mitte/Prenzlberg-Peopeln, die sich am Gasometer mit Sommer-Mützchen lümmeln, versetzte mich erst einmal in Sorge, dass auch für unseren Kiez der Gentrifizierung das Wort geredet wird - ganz so schlimm kam es aber dann doch nicht. Die Autorin schildert vor allem die neue Galerieszene an der Potse, beschreibt recht kenntnisreich die verschiedenen Bereiche Schönebergs (Akazienstraße, Winterfeldtpaltz, Motzstraße, Bayerisches Viertel, Gleisdreieck usw.), führt den mir völlig unbekannten Begriff des "Schöneberger Südfeldes" ein, womit sie vermutlich das Südgelände meint und verlegt die Tempelhofer Malzfabrik auf eben dieses. Auch was die Rote Insel angeht, werden verschiedene Themen stichpunktartig, aber nicht sehr tiefgehend, abgehandelt. Da "unterstützt" der Bezirk das Südkreuz schon mal mit "Hotels, einem Veranstaltungszentrum und Gastronomie" ohne Erwähnung, dass es sich dabei bestenfalls um langfristige Planungen handelt. Die Entwicklung auf dem Gasometergelände wird rein positiv mithilfe der verschiedenen Kultur-Events der letzten Monate beschrieben, von den gigantischen Bebauungsplänen und den Bürgerprotesten und -sorgen findet sich dagegen leider kein Wort. Ansonsten wird noch die Scheinbar etwas länger abgehandelt, das Mehlstübchen und Berlin Beads finden Erwähnung.
Insgesamt ein ganz netter Artikel, der trotz aller Schwächen deutlich macht, dass auch vor Schöneberg die Entwicklung - leider? - nicht Halt machen wird.


Donnerstag, 12. November 2009

Happy Birthday, Scheinbar!


Die Rote Insel ist nicht gerade gesegnet mit kulturellen Einrichtungen, das "kleinste Theater Berlins" in der Monumentenstraße bildet da eine wunderbare Ausnahme. Die Scheinbar wurde vor genau 25 Jahren von Stefan Linne und Irmtraud Spiegel mit dem Motto "Wir bauen uns unsere Bühne selbst" gegründet. Das nach eigenen Angaben sogar "kleinste Varieté Deutschlands" ist eine Erfolgsgeschichte, schon alleine weil Kurt Krömer hier seine ersten Schritte auf die Bühne tat. Nach eigenen Angaben zunächst mit mäßigem Erfolg (fällt "voll auf die Schnauze"). Dass auch Mario Barth hier aufgetreten ist, sollte man aber besser verschweigen. Dauerbrenner in der Scheinbar ist das Open-Stage-Varieté, Profis und Amateure treffen hier aufeinander und was einen erwartet, weiß man vorher nie. Comedians, Pantomimen, Jongleure, alles ist möglich. Soloshows und Specials wie die Stage-Diven oder der Rote Stuhl runden das Programm ab. Hoffentlich produziert die Scheinbar noch viele Jahre lang einen Haufen von neuen Kurt Krömers!