Posts mit dem Label Gewerbegebiet Naumannstraße werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Gewerbegebiet Naumannstraße werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 10. September 2013

Gewerbegebiet Naumannstraße heißt jetzt Naumannpark

Statt Gewerbegebiet Naumannpark
Selten hatte ein Bericht auf dem RoteInsel-Blog so hohe Zugriffszahlen wie die Nachricht vor fast zwei Monaten über den Kauf des Gewerbegebiets Naumannstraße durch Nicolas Berggruen. Besorgte Nachbarn meldeten sich in den Kommentaren, die Spedition Kanitz muss demnach das Gelände ebenso räumen wie diverse Autoschrauber. Auf der anderen Seite wurden rund 1.100 qm an die Gesellschaft für gemeinnützige Stadtentwicklung (GSE) vermietet, die 27 Ateliers an Künstler zur Verfügung stellt. Nach und nach berichtete auch die Berliner Presse vom Kauf, dokumentierte die Sorgen der bisherigen Mieter und wies auch darauf hin, dass der bisherige Mietpreis von drei bis vier Euro pro Quadratmeter doch für Berlin ungewöhnlich niedrig war und somit die Mietsteigerungen von sechzig oder teilweise den Angaben nach hundert Prozent wieder relativiere. Stadträtin Klotz kam zu Wort, und vermeldete, dass für das Gebiet ausschließlich Gewerbebauten zugelassen seien und eine Wohnbebauung nicht möglich sei. Was allerdings dem Entwurf eines Masterplans des Bezirks aus dem Jahr 2006 widerspricht, der ausdrücklich auch Wohnbebauung vorsieht. 
80.000 qm Gelände gehören jetzt dem umstrittenen Karstadt-Investor - und er scheint Nägel mit Köpfen zu machen. Seit einer Woche prangt eine großflächige Plakatwerbung an der Naumann- Ecke Torgauer Straße, die etwas großspurig vom "Naumannpark" kündet. Auf der zugehörigen, professionell gestalteten Homepage - für die eine "Naumannstraße Grundstücks GmbH & Co KG" verantwortlich zeichnet -, werden Büros, Werkstätten, Frei- und Lagerflächen zur Miete feilgeboten. Sogar eine Vision wird hier verkündet, der Naumannpark verstehe sich als "urbaner Inkubator" und man treffe auf "kosmopolitische Zentralität". Oder so ähnlich. Zudem werden hippe junge Leute mit Wollmützen gezeigt, die über das Gelände flanieren.
Passend zum Thema hat der Gleisdreieck-Blog die Untersuchung der asum über Schöneberger Quartiere, für die  ein sogenannter "Milieuschutz" eingerichtet werden soll, veröffentlicht. Mit diesen Erhaltungssatzungen will der Bezirk der Gentrifizierung wenigstens ein wenig entgegensteuern. Eines der auffälligen Gebiete war auch die Rote Insel, trotzdem wird für sie zunächst vom Bezirk kein Milieuschutz angestrebt. Dabei war z.B. die Anzahl der Kaufverträge in den letzten Jahren hier besonders hoch; es ist zu befürchten, dass unser Kiez schlicht ignoriert wird. Die neueste Entwicklung mit dem Berggruen-Kauf konnte dabei noch nicht in die Untersuchung einfließen. Genannt wird hingegen der Veränderungsdruck durch die wesentliche Vergrößerung der Grünflächen und das Geschehen rund um den Gasometer. Keine Erwähnung finden die noch relativ neue S-Bahn-Station Julius-Leber-Brücke sowie das Südkreuz - das ja irgendwann einmal zum Flughafen-Bahnhof werden soll - sowie die Planungen von Senat und Bezirk für eine großflächige Bebauung auf der "Schöneberger Linse" südlich der Insel. Letzteres ist zwar noch besonders unkonkret, sollten die Pläne jedoch Kontur gewinnen, würde der Druck auf unseren Kiez enorm steigen. Von Westen durch die Euref, vom Osten durch Berggruen, vom Süden durch weitere Neubauten. Es liegt in der Hand des Bezirks hier rechtzeitig entgegen zu steuern und den Milieuschutz auf die Insel auszudehnen.
Die Washington Post berichtete jüngst über Schöneberg und dort stand zu lesen:
The discerning taste of Berlin’s young creative class seems to roam through the city like searchlights, vanquishing areas with affordable rentals. Right now, the spotlight illuminates Rote Insel, or Red Island.
Noch scheint diese Aussage deutlich übertrieben oder verfrüht. Und mir graut auch vor einer solchen Vision. Aber vielleicht sollte man sich den Artikel in fünf Jahren noch einmal genauer anschauen.

Mittwoch, 17. Juli 2013

Berggruen auf der Insel: Gewerbegebiet Naumannstraße verkauft

Gewerbebauten an der Naumannstraße: Berggruen-Eigentum
Es hatte sich schon länger angedeutet, jetzt ist es Gewissheit: Das Gewerbegebiet Naumannstraße wurde verkauft. Der Name des Käufers ist dann aber doch eine faustdicke Überraschung: Nicolas Berggruen.
Das Gelände wurde letztes Jahr von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben offensiv angepriesen, bislang war jedoch unklar, ob, und wenn ja, an wen verkauft wurde. Heute früh machte mich dann ein unbekannter Leser des RoteInsel-Blogs dankenswerterweise per Kommentar auf den Namen des neuen Eigentümers aufmerksam.
Was bedeutet das für die Rote Insel? Noch ist vieles unklar. Auf der Homepage der Berggruen-Holding ist lediglich schwammig davon die Rede, hier einen "Standort für Kreativwirtschaft" ansiedeln zu wollen. In Berlin gibt es derzeit  nur zwei Möglichkeiten, Gelände zu vermarkten: Entweder unter dem Stichpunkt Energiewende oder Kreativwirtschaft. EUREF-Müller hat das eine Themenspektrum bereits am Gasometer belegt, also bleibt auf der anderen Seite der Insel nur noch das Kreativ-Thema. 
Der anonyme Kommentator schreibt, dass den Firmen, die mit Autos zu tun haben, bereits gekündigt wurde. Der Abriss der aus den 30er Jahren stammenden Gewerbebauten sei zur Zeit nicht geplant. Genügend Freifläche wäre auch so vorhanden: Das gesamte Areal ist 80.000 qm groß, davon 35.000 qm Bestandsfläche. Platz für Neubauten wäre also vorhanden. Und das ist es wohl auch, worauf sich die Insel einstellen muss: Es existiert aus dem Jahr 2006 ein sogenannter Master-Plan des Bezirksamts, der zumindest einen Eindruck geben kann, wie sich das Gelände entwickeln könnte: Demnach würde vor allem auf der westlichen Seite des Areals, der östlichen Seite der Naumannstraße, eine massive Neubebauung mit Wohn- und Gewerbebauten entstehen; die alten Gewerbebauten würden  größtenteils erhalten bleiben. Die Auswirkungen auf den Kiez wären vermutlich gewaltig, die Neubauten am Viktoriakiez oder in der Crellestraße könnten dagegen fast harmlos wirken.
Vieles ist noch unklar. Was will Berggruen überhaupt? Das Gelände weiter veräußern, selber bauen? Dass der Investor nicht mit reiner Menschenliebe zum Milliardär geworden ist, dürfte auch dem größten Träumer seit der Geschichte um die Karstadt-Übernahme klar geworden sein. Das Ziel wird auch auf der Roten Insel sein: Rendite.
Noch ist es nicht zu spät, dass der Bezirk und die Stadt die Entwicklung in vernünftige Bahnen lenken, dass die Anwohner ausnahmsweise wahrhaftig in die Entwicklung eingebunden werden. Allein der Glaube daran fehlt mir.
Gewerbegebiet Naumannstraß

Samstag, 5. September 2009

Neues von den Bauarbeiten an der Naumannstraße


Inzwischen habe ich Neuigkeiten erfahren können, was neben der "Neuen Naumannstraße" bzw. Wilhelm-Kabus-Straße für Gebäude errichtet werden. Auf der Homepage der ausführenden Baufirma Finsterwalder Bau-Union, deren Kran sich auf dem Gelände dreht, sind unter "Aktuelle Projekte" Fotos von der Baustelle zu sehen und als Auftraggeber die "Iden System GmbH" genannt, bei der es sich um eine Firma handelt, die mit Spielwaren und Bürobedarf handelt. Vermutlich werden daher auf der Insel lediglich Lagerhallen und/oder Bürogebäude errichtet. Für den geplanten Grünzug entlang der Bahntrasse bleibt so natürlich nur sehr wenig Platz. Bleibt zu hoffen, dass nicht so hässliche Klötze entstehen, wie sie die Iden-GmbH bereits besitzt.

Sonntag, 16. August 2009

Neue Naumannstraße

Seit einigen Wochen ist die Naumannstraße ab der Torgauer Straße Richtung Süden gesperrt. Zu meinem Leidwesen, denn die Umleitung führt an meinem Fenster vorbei. Die Straßenfläche ist mit großen Containern und Maschinen zugestellt und auch auf der Brache nördlich des Bahnhofs Südkreuz wird fleißig gebaggert und gebuddelt. Der Grund: Mit nur zweijähriger Verspätung wird eine neue Erschließungsstraße durch das Inselgebiet gebaut. Unter dem Projektnamen
"Neue Naumannstraße" soll das Gewerbegebiet besser erreichbar sein und die "alte" Naumannstraße verkehrsberuhigt werden. Daher ist das Projekt grundsätzlich zu begrüßen. Benannt wird die Straße nach Wilhelm Kabus, einem ehemaligen Schöneberger Bürgermeister. Offiziell soll 2010 alles fertig sein. Nun ja.