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Sonntag, 18. Januar 2015

Mangelware Fahrradständer am Südkreuz

Fahrräder unerwünscht, Radständer Fehlanzeige
Ich mag das Südkreuz. Es ist ein nicht allzu hässlicher Zweckbau, man kann in alle Himmelsrichtungen mit der S-Bahn fahren (die ich nicht mag), sogar in den Urlaub mit Regionalbahn oder ICE und Sonntags noch schnell Milch oder Nasentropfen kaufen. Ich mag das Südkreuz, auch wenn es eigentlich immer noch nicht fertig gestellt ist. Die geplanten Parkhäuser wurden nie verwirklicht (nicht so schlimm), eine ganze Bahnstrecke fehlt (schon schlimmer), das Bahnhofsviertel existiert nur auf glänzendem Papier (nun ja) und für den Flughafenexpress fehlt ein Flughafen.
Müll entlang des Bahndamms
Was die Planer für den „Autofahrerbahnhof“ nicht bedacht haben, ist offensichtlich der Fahrradverkehr. Zwar wurde letztes Jahr auf der Tempelhofer Seite eine große Abstellanlage mit einigem Medienrummel hingeklotzt (durch die General-Straße-Pape vom Bahnhof getrennt), auf Schöneberger Seite sind die Zustände aber weiterhin miserabel. Eine Reihe von Fahrradständern am Hildegard-Knef-Platz ist ständig überbelegt, eine weitere Reihe wurde gut versteckt südlich am Parkhaus hingestellt, weit entfernt vom Bahnhofseingang, in entgegengesetzter Richtung jeglicher Wohnbebauung und somit weitgehend ungenutzt. 
Der eigentliche Ausgang zur Roten Insel ist weiterhin mit „kein Öffentlicher Durchgang“ beschriftet, auch wenn auf dem „Vorplatz“ längst der Nord-Süd-Grünzug endet. Entlang des Bahndamms führt ein unbeleuchteter, verdreckter Weg, auf dem sich nachts auch gerne die Ratten tummeln. Die Bundespolizei hat hier ein paar Parkplätze, auch Bahnarbeiter stellen ihre Autos ab und zudem werden zahlreiche illegale Parker geduldet, die die Fußgänger gerne mit überhöhter Geschwindigkeit und Gehupe verscheuchen. Nicht geduldet werden hier allerdings Fahrräder, mehrere Schilder warnen vor schnellem Abtransport, wenn man versucht, sein Zweirad kurz abzustellen.
Fahrradständer überfüllt
Platz für Fahrradständer wäre genug vorhanden, gerüchteweise plant die Bahn, den Platz umzugestalten und den Eingang hochoffiziell zu öffnen - aber die Erfahrung besagt, dass es bis dahin wohl ein sehr, sehr langer Weg sein wird.
Umso ärgerlicher ist der geschilderte Umstand, dass hier der sogenannte „Radfernweg Berlin-Leipzig“ entlangführt oder führen soll. Radler haben die Möglichkeit abzusteigen, durch die Halle zu laufen, auf den Hildegard-Knef-Platz zu treten, hier die Räder durch die auf die Busse wartende Menge zu schieben und erst auf Höhe des Parkhauses wieder aufzusteigen. Die Alternative der Fehlplanung wäre, einen Bogen um den Bahnhof zu schlagen, entlang des Bahndammes zu rollen, mehrere Ampeln zu überqueren, auf der schmalen Wilhelm-Kabus-Straße sich in den Autoverkehr einzureihen und durch die schmale Brückenöffnung zu zittern, um anschließend auf einen häufig zugeparkten Radweg geführt zu werden.
Von wirklichen Innovationen wie einem Radparkhaus (auch dafür wäre Platz vorhanden), kann in Berlin nur geträumt werden. Die Zukunft am „Zukunftsbahnhof“ Südkreuz wird mit Windrädern, Elektroautos und Fernbussen bestückt, einfache Fahrradständer scheinen zu teuer zu sein. 

Aber halt: Einen Lichtblick gibt es doch! In der Wilhelm-Kabis-Straße wurden einige illegale Parkplätze durch Fahrradbügel blockiert. Eine sinnvolle, kostengünstige Maßnahme zugunsten der Radfahrer - und das in Schöneberg! 

Der innoffizielle Ausgang zur Roten Insel


Links die vorbildlichen Bügel, rechts der zugeparkte Radweg

Ein Teilstück des Radfernwegs Berlin-Leipzig, jedenfalls rechts, links vergessen

Samstag, 29. Juni 2013

Ein Sommermärchen: Zweite Haltestelle am Bahnhof Julius-Leber-Brücke freigegeben


Bitte einsteigen - Fahrgäste dürfen die gefährliche Fuge jetzt überqueren

Es ist vollbracht: Der S-Bahnhof Julius-Leber-Brücke ist fünf Jahre nach seiner Eröffnung und etwa 30 Jahre nach den ersten Planungen komplett. Seit dem 18. Juni halten auch die Busse Richtung Westen direkt vor dem Bahnhofs-Eingang. Der Haltestellenmast wartete seit über vier Jahren auf seine Bestimmung, Grund für die Posse war eine Dehnungsfuge auf dem Gehweg, die die auftraggebende Bahn nach der Brückensanierung für mangelhaft ausgeführt hielt. Bevor hier Fahrgäste in Busse wechseln dürften, sollte die gemeingefährliche Fuge von der verantwortlichen Baufirma erst beseitigt werden. Die weigerte sich jedoch. 
So verging ein Jahr, ein zweites, ein drittes und ein viertes. Die Fugen-Affäre beschäftigte sogar Abgeordnetenhaus und Senat. Politiker, Bezirk und BVG zeigten sich hilflos ob des Dilemmas. Wie das Problem gelöst wurde? Man weiß es nicht. Der Fugen-Abgrund klafft unverändert auf dem Gehweg. Vielleicht hat ein Bahnmitarbeiter mit einem Geo-Dreieck nachgemessen? Vielleicht hat die BVG die Opferzahlen der übrigen todesmutigen Fußgänger studiert? Jedenfalls dürfen Fahrgäste jetzt direkt zwischen Bahn und Bus wechseln. Von einer Anfrage an die BVG oder den Senat habe ich abgesehen - Ich fürchte ein Einschreiten der zuständigen Aufsichtsbehörden und eine sofortige Stilllegung. 


Freitag, 6. April 2012

Der Unvollendete

Einsam und ungenutzt
Offensichtlich war der März mit seinen 15 Grad und den drei Regentagen viel zu kalt und viel zu nass. Jedenfalls für die Bahn. Ansonsten hätten die Arbeiten an der Julius-Leber-Brücke schon begonnen, um den Haltestellenmast auf der nördlichen Seite endlich nach vier Jahren in Betrieb zu nehmen. Bei den Sanierungsarbeiten 2008 hat die Baufirma gepfuscht und eine Stolperfalle im Belag hinterlassen, so dass die BVG dort nicht halten mag. Mehrere Versprechen, den Missstand zu beheben, blieben folgenlos, so auch das letzte. In der Berliner Woche vom 18. Januar meinte Gisbert Gahler vom Regionalbüro Kommunikation der Bahn in Berlin, dass ab März die Arbeiten in Angriff genommen werden sollten. Mit der Einschränkung, dass die Witterung dies zulassen müsse. "Bei zu viel Nässe oder Frost könne nicht gebaut werden." Da der April noch kälter als der März begonnen hat, sehe ich auch für die nächsten Monate kaum Chancen, dass die Fahrgäste demnächst bequem umsteigen können. Zudem: Wer der Bahn auch nur ein Wort glaubt, ist selber schuld! Der Bahnhof Julius-Leber-Brücke bleibt somit auch nach gut 30 Jahren Entstehungsgeschichte ein Unvollendeter.
Bald vier Jahre alter Aushang

Dienstag, 11. August 2009

Dem Südreuz fehlt ein halbes n


Seit Anfang des Jahres bereits fehlt dem Südkreuz das halbe "n" von Berlin. Die Aufnahme stammt vom Februar und ich versichere, es sieht noch genauso aus. Vielleicht hat die Bahn momentan wichtigeres zu tun als n`s zu kaufen und anzubringen. Die Kunden sind ja auch schon froh, wenn wenigstens halbe Züge fahren. Und richtig fertig war der Bahnhof eh noch nie. Vielleicht bleibt noch etwas Geld aus dem Kojunkturpaket übrig, dass für den östlichen Vorplatz ausgegeben werden soll.