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Samstag, 11. Juli 2015

Der E-Bus kommt

Der E-Bus vor dem Gasometer
Hier und da kann man die vier neuen gelben und etwas klobigen Busse der BVG bereits sehen, Fahrgäste werden sie allerdings erst ab September transportieren. Das Besondere an ihnen ist, dass sie vollständig elektrisch fahren und induktiv, also kabellos geladen werden. In den letzten Monaten wurden dazu am Bahnhof Südkreuz und am Zoo Ladestationen unter den Asphalt versenkt. Auf der Linie 204 werden die Busse dann hin und her pendeln quer durch Schöneberg und über die Insel und das als erste „komplette Innenstadtlinie einer europäischen Hauptstadt“, wie die BVG stolz vermerkt.
Ausnahmsweise ist die BVG und damit Berlin Vorreiter in zukunftsfähigen Technologien; dass elektrisch betriebene Autos die alten Stinker nach und nach verdrängen werden, ist anzunehmen und zu hoffen.
Auf der Ladestation am Südkreuz
Die Busse können maximal 65 Kilometer in der Stunde fahren, was in der Stadt wohl reichen dürfte, sind dafür aber momentan noch sehr teuer, da es sich um Einzelanfertigungen handelt. Sie sollen sehr ruckelfrei und angenehm fahren – ob das jedem Fahrer gefällt? Ab und zu beschleicht einen doch das Gefühl, dass so mancher seine Fahrgäste gerne etwas durchrüttelt zwecks Frustabbau. Den Passagier wird's jedenfalls freuen. Zudem sind sie natürlich extrem leise; die Batterien sind übrigens auf das Dach gepackt, daher wirkt das Gefährt auch noch etwas schwerfällig.
Zunächst wird das Projekt ein Jahr laufen, dass die E-Busse aber auch danach weiter auf dieser Linie fahren werden, ist ziemlich wahrscheinlich. Schließlich ist die teure Infrastruktur nun vorhanden, wie auch der Bus-Chef der BVG, Martin Koller, auf einer Info-Veranstaltung auf dem Euref-Gelände meinte.
Ob diese Art von E-Bus sich durchsetzten wird, ist völlig offen, schließlich gibt es einige Konkurrenz-Projekte und die Entwicklung ist längst nicht abgeschlossen. Aber in einigen Jahren werden elektrische Busse eine echte Alternative für die alten Dieselfahrzeuge sein, das dürfte sehr sicher sein.

Samstag, 29. Juni 2013

Ein Sommermärchen: Zweite Haltestelle am Bahnhof Julius-Leber-Brücke freigegeben


Bitte einsteigen - Fahrgäste dürfen die gefährliche Fuge jetzt überqueren

Es ist vollbracht: Der S-Bahnhof Julius-Leber-Brücke ist fünf Jahre nach seiner Eröffnung und etwa 30 Jahre nach den ersten Planungen komplett. Seit dem 18. Juni halten auch die Busse Richtung Westen direkt vor dem Bahnhofs-Eingang. Der Haltestellenmast wartete seit über vier Jahren auf seine Bestimmung, Grund für die Posse war eine Dehnungsfuge auf dem Gehweg, die die auftraggebende Bahn nach der Brückensanierung für mangelhaft ausgeführt hielt. Bevor hier Fahrgäste in Busse wechseln dürften, sollte die gemeingefährliche Fuge von der verantwortlichen Baufirma erst beseitigt werden. Die weigerte sich jedoch. 
So verging ein Jahr, ein zweites, ein drittes und ein viertes. Die Fugen-Affäre beschäftigte sogar Abgeordnetenhaus und Senat. Politiker, Bezirk und BVG zeigten sich hilflos ob des Dilemmas. Wie das Problem gelöst wurde? Man weiß es nicht. Der Fugen-Abgrund klafft unverändert auf dem Gehweg. Vielleicht hat ein Bahnmitarbeiter mit einem Geo-Dreieck nachgemessen? Vielleicht hat die BVG die Opferzahlen der übrigen todesmutigen Fußgänger studiert? Jedenfalls dürfen Fahrgäste jetzt direkt zwischen Bahn und Bus wechseln. Von einer Anfrage an die BVG oder den Senat habe ich abgesehen - Ich fürchte ein Einschreiten der zuständigen Aufsichtsbehörden und eine sofortige Stilllegung.